Queen feiert 60 Jahre unglaublichen Wandels

Piccadilly Circus in London, 1950 und heute

Vor 60 Jahren bestieg Elizabeth II. den Thron. Während dieser Zeit hat sie mehr Veränderungen im Land gesehen als jeder andere britische Monarch. Wie wird man sich an sie erinnern?

Dieses Wochenende werden Engländer im ganzen Land Menschenmengen und Schlechtwettervorhersagen die Stirn bieten und Queen Elizabeth II. mit zahlreichen Jubiläumsfeiern ehren.

Elizabeth regiert jetzt länger als alle anderen britischen Monarchen außer Queen Victoria. Wie Victoria sitzt sie während einer außergewöhnlichen Zeit in der Geschichte ihres Landes auf dem Thron. Aber während die Macht des British Empire unter Victoria einen neuen Höhepunkt erreichte, war die Herrschaft von Elizabeth von Unsicherheiten und radikalem Wandel geprägt.

Als Elizabeth 1952 im Alter von nur 25 Jahren auf den Thron kam, war Großbritannien ein schwächelndes Empire, das sich erst vom Horror des 2. Weltkriegs erholen musste. Winston Churchill war noch immer Premierminister. Britische Soldaten kämpften in Korea. Fleisch und Süßigkeiten wurden rationiert.

Das Empire erstreckte sich noch über Millionen von Quadratkilometern, aber es schrumpfte immer schneller. Bankrott aufgrund des Krieges, konnte sich das Vereinigte Königreich seine Anwesenheit in den Kolonien nicht länger leisten. Letztere forderten ohnehin laut ihre Unabhängigkeit.

Als sich das Empire zurückzog, strömten Menschen aus der ganzen Welt herbei. Weiße Angelsachsen haben Gesellschaft bekommen: Heute ist mehr als jeder zehnte Brite im Ausland geboren. 1952 war das Nationalgericht Fish and Chips. Heute ist es Huhn mit Curry.

Und während die Macht des Landes verging, veränderte sich auch seine Kultur. Junge Menschen rebellierten nach dem Krieg gegen die rigiden Regeln und Erwartungen ihrer Eltern. Teenager tanzten zu Rock and Roll, den Beatles und den Rolling Stones. Hippies schockierten die ältere Generation. Später kamen Punks und Skinheads, tanzende Raver und giftige MCs.

Auch die neuen Technologien sind kaum wiederzuerkennen. Plumpe Fernseher sind von Flatscreens mit 3D-Funktion ersetzt worden. Flugzeuge bewegen sich schneller als der Schall. Amerikaner sind auf dem Mond spaziert, während britische Wissenschaftler die Geheimnisse der DNA entschlüsselt haben. Mobiltelefone und das Internet haben die Arbeit und Kommunikation revolutioniert.

Die gute alte Zeit

Ist Großbritannien also am aufsteigenden Ast oder geht es vor die Hunde? Einerseits ist die britische Macht geschwunden. Das Land ist vermutlich weniger geeint als früher, weniger patriotisch, weniger „gentlemanlike“. Für viele Engländer war 1952 noch Teil der „guten alten Zeit“.

Andere glauben, dass die Dinge nur besser geworden sind. Im Vereinten Königreich gibt es jetzt eine vielfältige, lebendige Kultur und Gesellschaft. Die Überseekolonien sind zwar weg, aber jetzt hat England Freunde und Verbündete. Stehen Englands beste Tage gar erst bevor?

Du Entscheidest

  1. Welches Jahr ist besser, 1952 oder 2012?
  2. Ist das Land nach Meinung der Queen besser oder schlechter geworden?

Aktivitäten

  1. Schreib eine Kurzgeschichte über das Jahr 2012 – aus der Sicht von 2072.
  2. Was war für dich das wichtigste Ereignis der letzten 60 Jahre? Halte eine kurze Rede über deine Wahl.

Manche Leute Sagen

„Großbritannien ist ein Land ständigen Niedergangs.“

Was meinst Du?

F & R

Ist es wirklich sinnvoll, in die Vergangenheit zu schauen?
Ja! Der Blick in die Geschichte kann Hinweise auf die Entwicklung der Zukunft bieten. Es ist möglich, Trends der letzten 60 Jahre zu erkennen (z. B.: gesellschaftliche Konventionen sind gelockert worden; die Kommunikationstechnologie ist stark verbessert; Kriege sind deutlich zurück gegangen). Es ist vernünftig, zumindest eine teilweise Fortsetzung dieser Trends anzunehmen. Überdies kann der Fokus auf die Geschichte dabei helfen, Fehler der Vergangenheit in Zukunft zu vermeiden.
Gibt es dazu nicht ein berühmtes Zitat?
In der Tat. Der Philosoph George Santayana sagte: „Wenn man sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist man verurteilt, sie zu wiederholen.“

Wichtige Begriffe

Korea
Großbritannien führte sieben Kriege in den 1950er Jahren, der Koreakrieg (zur Unterstützung amerikanischer Truppen im Kampf gegen das kommunistische China und Nordkorea) war der größte. Er forderte das Leben von ungefähr 14000 britischen Soldaten.
Angelsachsen
Die meisten Briten stammen von germanischen Stämmen ab – den Angeln und den Sachsen –, die zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert nach Britannien kamen. Queen Elizabeth selbst hat deutsche Wurzeln: Sie gehört dem Geschlecht Sachsen-Coburg und Gotha an.
Schneller als der Schall
Militärflugzeuge durchbrechen häufig die Schallmauer. Im kommerziellen Flugverkehr hat dies bis jetzt nur die Concorde geschafft – ein französisch-britischer Jet, die seit einem Absturz 2003 nicht mehr fliegt.
DNA
Mit Desoxyribonukleinsäure oder DNA bezeichnet man das Molekül, das Träger der genetischen Erbinformation ist. Seine einzigartige Doppelhelix-Struktur wurde 1953 von James Watson und Francis Crick entdeckt.