Moderne Sklaverei hinter neuem Corona-Ausbruch

Das Land der Unfreien: Rund 400.000 Menschen leben heute in moderner Sklaverei in den USA.

Werden wir die Sklaverei je ausrotten? Fast 200 Jahre nachdem diese Form der Ausbeutung in Großbritannien verboten wurde, sind Zwangsarbeiter die Quelle eines neuen Corona-Ausbruchs.

„Sie machen riesige Profite und zahlen uns Peanuts,“ schreit ein Vorarbeiter zum neuen Mitarbeiter.

Er muss laut sein, seine Stimme ginge sonst unter im Lärm um sie herum: beim Brummen der Maschinen, dem Zischen der industriellen Bügeleisen und dem Geschnatter der vielen Arbeiter, die dicht an dicht in dem heißen, winzigen Raum schuften.

Wo diese Situation stattgefunden hat?

Die Antwort mag überraschen: Die Produktionsstätte liegt hinter der Kathedrale in Leicester, einer Stadt im Zentrum Englands. Die Arbeiter hier produzieren Kleider für einige der größten britischen Wegwerfmodemarken.

Nun glauben Ärzte, dass Fabriken wie diese die Quelle eines neuen Corona-Ausbruchs in der Stadt sein könnten, wegen dem der Stadt das erste ortsgebundene Lockdown auferlegt wurde.

Da Social Distancing auf so engem Raum unmöglich ist, ist es kein Wunder, dass das Virus sich wie ein Lauffeuer in dem Betrieb verbreitet hat.

Aber Leicester ist nur ein Teil eines globalen Problems. Weltweit leben geschätzt 40 Millionen Menschen in Sklaverei. Sie werden mit Bedrohung und Gewalt in Fabriken, in der Landwirtschaft oder auf Baustellen zur Arbeit gezwungen. Seit 2017 ist auch die Zwangsheirat als eine Art der Sklaverei anerkannt.

Sklavenarbeit spielt eine wichtige Rolle in der globalen Lieferkette. Sie ist eine versteckte Industrie von über 116 Milliarden Pfund im Jahr. Ein Drittel davon wird in Staaten der Ersten Welt wie den USA und Großbritannien erwirtschaftet.

Werden wir die Sklaverei also je ganz ausrotten?

Ein unsichtbares Übel

Ja, sagen manche. Das Blatt wendet sich gegen die Ausbeuterei, immer mehr Staaten erlassen Gesetze, die nicht nur die Sklaverei an sich verbieten, sondern auch gegen Firmen vorgehen, die die Augen vor Zwangsarbeit verschließen.

Nein, kontern andere. Der Ökonom Adam Smith hat angeführt, dass der Mensch ein instinktives Verlangen danach habe, andere zu dominieren. So lange es den Kapitalismus gibt, werden Unternehmen versuchen, billige Arbeitskräfte zu finden.

Du Entscheidest

  1. Ist es unmoralisch, Kleider von Wegwerfmodemarken zu kaufen?

Aktivitäten

  1. Highlight all the words relating to work in the article and then learn them.

Manche Leute Sagen

„Ich weiß, dass den privilegierten Mächten keine Grenzen gesetzt sind, wenn es darum geht, die Arbeiter in Sklaverei zu halten.“

Mary Harris „Mother“ Jones (1837–1930), irisch-amerikanische Führerin der Gewerkschaftsbewegung

Was meinst Du?

F & R

Was wissen wir?
Gesetzgeber und Aktivisten sind sich generell einig, dass zur Verhinderung der Ausbeuterei der Fokus auf die Hauptakteure, die die globale Lieferkette kontrollieren, geschwenkt werden muss. Wir wissen, dass Unternehmen wie Nike in der Lage waren, Zwangsarbeit in ihren Fabriken zu ignorieren, imdem sie sagten, sie seien nicht verantwortlich für die Firmen, die sie anheuerten, um ihre Produkte zu fertigen. Aus diesem Grund zielen viele neue Antisklaverei-Gesetze heute auf Unternehmen ab, zum Beispiel haben die USA 2015 den Import von Gütern verboten, die von Zwangsarbeitern hergestellt wurden.
Was wissen wir nicht?
Wie wir sicherstellen können, dass die neuen, modernen Antisklaverei-Gesetze auch wirken. In Großbritannien ist trotz eines Anstiegs der identifizierten Opfer die Zahl der Verurteilungen wegen Sklaverei- und Menschenhandel-Vergehen von 69 (2016) auf 42 (2018) gefallen. Die Vorgehensweise ist von Natur aus heimlich: Viele Opfer wollen oder können sich nicht melden. Und eines der vielen Probleme, die Aktivisten haben, ist, dass wenn ein neues Gesetz an einem Ort die Ausbeutung stoppt, die Produktionsstätten einfach woanders hin verlagert werden.

Wichtige Begriffe

Vorarbeiter
Foreman.
Neuen Mitarbeiter
New recruit.
Stimme
Voice.
Lärm
Noise.
Brummen
Hum.
Zischen
Hissing.
Bügeleisen
Iron.
Geschnatter
Chatter.
Schuften
Working hard.
Wegwerfmodemarken
Fast-fashion brands.
Ortsgebundene
Local.
Lauffeuer
Wildfire.
Zwangsheirat
Forced marriage.
Globalen Lieferkette
Global supply chain.
Erwirtschaftet
Generated.
Ausrotten
Stamp out.
Ausbeuterei
Exploitation.
Erlassen Gesetze
Make laws.
Zwangsarbeit
Forced labour.
Billige Arbeitskräfte
Cheap labour.