Lebender Roboter: halb Frosch, halb Maschine

Xenobots: Sie können gehen, schwimmen, wochenlang ohne Nahrung auskommen und in Teams arbeiten.

Ist es richtig, lebende Roboter zu erschaffen? Mittels künstlicher Intelligenz und Froschzellen haben Forscher eine neue Spezies kreiert, die so klein ist, dass sie in den Menschen injiziert werden kann.

Stell Dir vor, es gäbe Legosteine aus lebenden Zellen.

Wissenschaftler in den USA haben so etwas Ähnliches gerade erschaffen und einen Prototyp für eine neue Spezies kreiert: den Xenobot.

Zuerst müssen die Forscher entscheiden, welche Handlung der Bioroboter ausführen soll, zum Beispiel ein Ziel anpeilen, ein kleines Objekt bewegen oder sich gruppieren.

Dann berechnet ein Computer die beste Anordnung der Zellen, um diese Funktion auszuführen. Ein Algorithmus durchläuft tausende von möglichen Formen.

Das resultierende Muster dient den Wissenschaftlern als Vorlage. Mit winzigen Pinzetten fügen sie dutzende Froschzellen zusammen.

Manche dieser Zellen, die wie die aus einem Froschherzen gezüchtet wurden, ziehen sich zusammen. Dies ermöglicht es dem Organismus, sich in einer Flüssigkeit fortzubewegen.

Eines Tages, so hoffen die Wissenschaftler, sollen ähnliche Kreaturen medizinische Aufgaben ausführen, wie Medikamente an infizierte Zellen liefern oder gezielt Viren bekämpfen. Wir könnten mini-Ärzte programmieren, die sich durch unsere Adern fortbewegen.

Ihre Form und Funktionalität werden von einer Maschine bestimmt, sind aber von den Grenzen des biologisch Möglichen limitiert.

Doch unsere Kultur ist voller Warnungen, „Gott zu spielen“. Man denke nur an Mary Shelleys Frankenstein. Ist es eine gute Idee, lebendige Roboter zu kreieren?

Bioboter

Warum nicht? Ein Xenobot ist nicht seltsamer als ein Maultier oder genetisch modifiziertes Getreide. Bestehende Teile der Natur werden einfach neu zusammengesetzt. Wenn wir damit Durchbrüche in der Medizin erzielen können, sollten wir nicht zögern.

Andere aber warnen, dass wir durch das Einbeziehen von Computern in dieser Sache etwas Unaufhaltbares in Bewegung setzen könnten. Eine Katastrophensituation sei unwahrscheinlich, aber das Schlimmste sei immer möglich, so lange wir Wissenschaftlern keine Grenzen vorgäben. Heute wollen wir mit Xenobots Krankheiten heilen, doch morgen könnten sie schon als Waffen benutzt werden.

Du Entscheidest

  1. Meinst du, dass es richtig ist, dass Wissenschaftler neue Lebensformen schaffen? Glaubst du, dass es dasselbe ist, wie Gott zu spielen?

Aktivitäten

  1. Imagine you are one of the scientists who have created a xenobot. Write a diary entry for the day that you made the breakthrough.

Manche Leute Sagen

„Die traurigste Seite des Lebens ist im Moment die Tatsache, dass die Wissenschaft schneller Wissen erreicht als die Gesellschaft Klugheit.“

Isaac Asimov (1920-1992), US-amerikanischer Schriftsteller und Professor für Biochemie

Was meinst Du?

F & R

Was wissen wir?
Die Bezeichnung „Xenobot“ kommt vom lateinischen Namen des Krallenfroschs, X enopus laevis. Jeder Xenobot ist ungefähr einen Millimeter breit. 2012 schufen Wissenschaftler Quallen aus Rattenzellen. In der Vergangenheit haben Wissenschaftler durch Gentechnik fluoreszierende Mäuse kreiert.
Was wissen wir nicht?
Ob biologische Roboter der Zukunft sich organisch entwickeln und fortpflanzen können werden. Wir wissen auch nicht, ob man einzelne Menschen davon abhalten werden kann, Bioroboter zu entwickeln, die Schaden anrichten anstatt Gutes zu tun. Außerdem wissen wir nicht, ob die Xenobots als Tiere gelten, und wenn ja, ob sie dann von Tierrechten geschützt werden.

Wichtige Begriffe

Legosteine
Lego bricks.
Zellen
Cells.
Wissenschaftler
Scientists.
Spezies
Species.
Entscheiden
Decide.
Handlung
Action.
Anpeilen
To aim for.
Anordnung
Arrangement.
Auszuführen
To carry out.
Durchläuft
Runs through.
Vorlage
Template.
Pinzetten
Tweezers.
Froschherzen
Frog hearts.
Gezielt
Targeted.
Adern
Veins.
Voller
Full of.
Maultier
Mule.
Genetisch modifiziertes Getreide
Genetically modified crops.
Bestehende
Existing.
Zögern
Hesitate.