GB: Folgen der fast fashion werden untersucht

Müll: In Großbritannien alleine landen jedes Jahr 300.000 Tonnen Kleider in Mülldeponien.

Darf man ein T-Shirt für 2 £ kaufen? In Großbritannien wurde eine Untersuchung in die Wegwerf-Mode-Kultur des Landes veranlasst. Millionen von Kleidungsstücken landen jedes Jahr im Müll.

Ein T-Shirt für 2 £, ein Kleid für 5 £, eine Jeans für 7 £ — tolle Schnäppchen, oder? Aber dahinter verbirgt sich ein hoher Preis.

Zumindest sagen dies die britischen Abgeordneten, die die Umweltfolgen der “schnellen Mode” untersuchen.

Der Begriff bezieht sich auf Kleidung, die in großen Mengen schnell und billig hergestellt wird, zum Beispiel für Ketten wie Primark oder Online-Modeseiten wie Boohoo und Misguided.

Nach Aussage der Abgeordneten Mary Creagh haben die niedrigen Preise zufolge, dass die Käufer die Kleidung ohne jeden Respekt behandeln und sie am Ende einfach in den Müll werfen.

In der Tat ist dies das Los einer unglaublichen Menge von Kleidern in Großbritannien. Letztes Jahr landeten hier 235 Millionen Kleidungsstücke auf Mülldeponien. Global gesehen wird jede Sekunde eine LKW-Ladung an Kleidern weggeworfen.

Das wiederum schürt nur weiteren Konsum. Die Briten kaufen durchschnittlich 26,7 Kg neue Kleider pro Jahr, die meisten in ganz Europa.

Die Industrie hinter dieser Wegwerf-Kultur ist einer der Schlüsselfaktoren des Klimawandels.

2015 stieß die weltweite Modeindustrie 1,2 Milliarden Tonnen CO2 aus. Die Produktion von Rohmaterialien wie Baumwolle, die Herstellung der Stücke sowie deren Transport ergeben eine große CO2-Bilanz, die nur noch von Erdölfirmen übertroffen wird.

Doch die Umweltfolgen greifen noch tiefer. Viele Kleider werden aus billigen Kunstfasern gemacht. In der Waschmaschine setzen diese unzählige winzige Mikrofasern frei.

Letztes Jahr wurde berichtet, dass jährlich eine halbe Million Tonnen dieser Plastikfasern in die Meere abgegeben werden, so viel wie 50 Milliarden Plastikflaschen.

Doch ein Wandel ist in Sicht. Neue Unternehmen zum Beispiel, die Kleidung vermieten anstatt zu verkaufen, um den Müll zu reduzieren.

Andere wollen gleich die ganze Industrie umkrempeln: eine Kreislaufwirtschaft mit Recycling an der Spitze, die die momentane Konsum- und Wegwerfkultur ersetzen soll.

Darf man also überhaupt ein T-Shirt für 2 £ kaufen?

Fadenscheinig

Auf keinen Fall, sagen einige. Der Konsum schneller Mode unterstütze die Zerstörung der Umwelt und die Ausbeutung der Arbeiter. Haltbare Kleidung zu kaufen sei langfristig auch billiger. Außerdem gäbe man besser acht auf seine Kleider, wenn man weniger hat. Wir müssten der schnellen Mode-Kultur in England ein Ende setzen.

Natürlich, kontern andere. Billige Mode sei unerlässlich für Leute mit knappen Budget, und wir sollten nicht so hart urteilen über Leute, die sparen müssen. Außerdem ändere sich die Mode ständig. Vor allem junge Leute fühlten sich genötigt, dem letzten Trend zu folgen. Letztendlich sollten die Hersteller gezwungen werden, ihre Kleider nachhaltig zu produzieren.

Du Entscheidest

  1. Ist es okay, ein T-Shirt für 2 £ zu kaufen?
  2. Sollten wir alle unsere Kleider mieten anstatt sie zu kaufen?

Aktivitäten

  1. Write down all the German names for items of clothing (and the raw materials used to make them) that you know.
  2. Write a summary of this article in German, highlighting what you think are the key points.

Manche Leute Sagen

„Die größte Bedrohung für die Erde ist der Glaube, dass jemand anders sie retten wird.“

Rober Swan

Was meinst Du?

F & R

Was wissen wir?
Die Menschen in Großbritannien geben jährlich 52,7 Milliarden Pfund für Mode aus. Der Großteil davon geht auf Kleidung, 4,5 Milliarden auf Accessoires. Die Anzahl der Teile ist in den letzten Jahren von 950.000 (2012) auf 1,13 Millionen (2016) gestiegen. Ausserdem betrug die CO2-Bilanz der in Großbritannien getragenen Kleidung 26 Millionen Tonnen CO2 in 2016, ein Anstieg von 9 Prozent gegenüber 2012.
Was wissen wir nicht?
Wie die Zukunft der Modeindustrie aussehen wird. Einem Bericht zufolge wird erwartet, dass die Emissionen des Sektors bis 2030 um 60 Prozent steigen werden, und dass sie bis 2050 ein Viertel des globalen CO2-Fußabdrucks ausmachen werden. Andere sind optimistischer und nehmen an, dass durch neue Technologien wie 3D-Druck und künstliche Intelligenz die Industrie nachhaltiger werden wird.

Wichtige Begriffe

Schnäppchen
Bargains.
Abgeordneten
MPs.
Umweltfolgen
Environmental impact.
Ketten
Chain(-stores).
Los
Fate.
Mülldeponien
Landfill sites.
Schürt
Fuels.
Konsum
Consumption.
Durchschnittlich
On average.
Schlüsselfaktoren
Key drivers.
Klimawandels
Climate change.
Baumwolle
Cotton.
Kunstfasern
Synthetic materials.
Kreislaufwirtschaft
Circular economy.
Wegwerfkultur
Throwaway culture.
Ausbeutung
Exploitation.
Langfristig
In the long run.
Unerlässlich
Essential.
Mit knappen Budget
On a budget.
Nachhaltig
Sustainable.