Black Friday: Habgier und Schuldgefühle

Selfie: 51 % aller Weihnachtseinkäufer kaufen auch für sich selber ein. Graphik © Tutu

Sind Weihnachtsgeschenke Geldverschwendung? Mit Black Friday und Cyber Monday beginnt in reichen Ländern der große Kaufrausch — mit dem Geld könnte man acht Jahre lang den Welthunger stoppen.

Ein hochauflösendes Fernglas mit eingebautem Kompass? Ein Füller aus Platin? Eine Unterwasserkamera von Nikon?

Es ist wieder soweit. Freitag letzter Woche war der Tag, an dem traditionell das Weihnachtsgeschäft beginnt und die Straßen so voll sind, dass in den 1950ern in Amerika jemand den Tag „Black Friday“ nannte.

Dicht auf seinen Fersen folgt „Cyber Monday“, eine riesige Goldgrube für Online-Anbieter.

Das Fernglas, der Füller und die Kamera kosten jeweils um die 250 Euro.

Das ist die Summe, die jeder einzelne der 7.7 Milliarden Menschen auf der Erde dieses Jahr zu Weihnachten bekommen könnte, wenn die globalen Ausgaben für Geschenke gleichmäßig verteilt würden.

Angaben der deutschen Firma Statista zufolge beläuft sich die weltweite Weihnachtsrechnung auf etwa 2 Billionen Euro.

Was könnte man sonst noch mit dem Geld anstellen?

Die UNO hätte da einen Vorschlag.

Sie sagt, dass es pro Jahr 238 Millionen Euro kosten würde, um ihr Ziel des „Zero Hunger“ zu erreichen.

Anders gesagt könnte man mit dem Geld bewirken, dass für die nächsten 8,2 Jahre niemand auf der Welt hungern müsste.

Ist es da nicht Zeit, dass wir uns fragen, ob Geschenke reine Geldverschwendung sind?

O du fröhliche

Das stimme schon, meinen manche. Die Zeiten, wo man andere mit einem neuen Krimi und Pralinen unter’m Baum beglücken konnte, seien heute unter Bergen von grellverpacktem Ramsch in Tausenden von überheizten Wohnzimmern vergraben. Haben wir nicht alle Vernunft verloren?

„Was für ein puritanischer, freudloser Quatsch!“ kontert die Masse. Geschenke zu machen und zu empfangen sei eine heilige Tradition, die an einen gewissen Stall in Bethlehem erinnere. Jesus wollte weder Weihrauch noch Myrrhe, aber man müsse schon ziemlich begriffsstutzig sein, wenn man nicht erkenne, dass sie symbolisch für etwas anderes stünden. Auch unsere Geschenke seien wichtige Symbole, nämlich der Liebe. Das mache uns zum Menschen.

Du Entscheidest

  1. Bekommst Du zu viele Geschenke?

Aktivitäten

  1. In German, make a list of 10 items you would like to give or receive this Christmas.

Manche Leute Sagen

„Ich werde böse, wenn Leute mir Geschenke machen. Ich will keine, und ich brauche keine.“

Suze Orman, US-amerikanische Autorin und Finanzberaterin

Was meinst Du?

F & R

Was wissen wir?
Eine Studie von Deloitte, die 2018 9.169 Verbraucher in zehn europäischen Ländern befragte, stellte heraus, dass britische Verbraucher 42 % über dem europäischen Durchschnitt (400 Pfund) auszugeben planen. Von den Europäern geben die Briten am meisten aus, gefolgt von den Spaniern (610 Pfund) und Österreich (551 Pfund).
Was wissen wir nicht?
Wieviel die Menschen im Durchschnitt zu Weihnachten für gute Zwecke spenden. Insgesamt geben die Menschen aber mehr aus, und auch Spenden steigen zu Weihnachten an.

Wichtige Begriffe

Hochauflösendes Fernglas
High-definition binoculars.
Eingebautem
Built-in.
Weihnachtsgeschäft
Christmas sales.
Dicht auf seinen Fersen
Hard on its heels.
Goldgrube
Bonanza.
Gleichmäßig
Equally.
Zufolge
According to.
Weihnachtsrechnung
Christmas bill.
Anstellen
Do.
Vorschlag
Suggestion.
Erreichen
Achieve.
Bewirken
Ensure.
Hungern
Go hungry.
Geldverschwendung
Waste of money.
Krimi
Short for ‘kriminalroman’: thriller.
Pralinen
Chocolates.
Ramsch
Junk.
Freudloser
Joyless.
Weihrauch
Frankincense.
Begriffsstutzig
Obtuse.